2010-2013
Graduiertenprogramm zum Thema „Gerechtigkeit in praktischen Kontexten“
Zur Bewerbung eingeladen wurden Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher aus unterschiedlichen Disziplinen und Fakultäten, welche eine Forschungsarbeit zum Thema „Gerechtigkeit in praktischen Kontexten“ verfassen wollen. Besondere Berücksichtigung fanden Bewerbungen zu folgenden Themenbereichen:
- globale Gerechtigkeit
- Gerechtigkeit und biomedizinische Ethik
- Gerechtigkeit und Unternehmensethik
- Umweltgerechtigkeit
Allgemeine Informationen zum
Graduiertenprogramm 2010 - 2013
Fragen der Gerechtigkeit sind in vielen gesellschaftlichen Kontexten und in unterschiedlichen Bereichen der Angewandten Ethik von grosser Relevanz.
In der politischen Ethik spielen Überlegungen zur globalen Gerechtigkeit eine Rolle, beispielsweise hinsichtlich der Bedeutung und Grenzen staatlicher Souveränität. Fragen im Zusammenhang mit militärischer Intervention, internationaler Strafverfolgung, Klimawandel, Migration und staatlicher Nutzungsrechte von Ressourcen stellen die ethische Reflexion im globalen Kontext vor neue Herausforderungen.
Ansprechperson:
Prof. Dr. Peter Schaber
Mitarbeitende: Dr. phil. Christoph Baumberger, Dr. phil. Georg Brun,
Sabine Hohl, Anna Zuber
In der Medizinethik spielen Überlegungen zur Gerechtigkeit eine Rolle, beispielsweise hinsichtlich der Allokation knapper Ressourcen und in der Analyse der vielfältigen Beziehungen zwischen Menschen und Institutionen im Bereich medizinischen Handelns. Da Gerechtigkeitsprobleme in unterschiedlichen Beziehungen auftreten, ist zudem eine gerechtigkeitstheoretische Aktualisierung eines relationalen Ansatzes in der Ethik im Sinne der "ethics of care" von Bedeutung.
Ansprechperson:
Prof. Dr. Dr. Nikola Biller-Andorno
Mitarbeitende: Dr. phil. Jan-Christoph Heilinger, Pingyue Jin, Regula Ott
In der Umweltethik spielen Gerechtigkeitsüberlegungen eine Rolle beispielsweise hinsichtlich des Verhältnisses von Nachhaltigkeit und intra- oder intergenerationeller Gerechtigkeit. In diesen Zusammenhang gehört auch die Frage nach den politischen Strukturen, welche im Hinblick auf einen gerechten Umgang mit natürlichen Ressourcen angemessen sind und die Frage, ob westliche Demokratien ohne ein Ethos der Selbstbeschränkung (bezüglich Ressourcenverbrauch) weltweit reproduzierbar sind.
Ansprechperson:
Prof. Dr. Anton Leist (bis Ende FS 2012)
Mitarbeitende: Dr. oec. publ. Dominic Roser, PhD Fabian Schuppert
In der Unternehmensethik spielen Überlegungen zur Gerechtigkeit eine Rolle beispielsweise hinsichtlich des Umgangs mit unternehmensinternen und –externen Stakeholdern, seit einiger Zeit auch in der Frage nach der so genannten Ethical Leadership. Von besonderer Bedeutung sind die Fragen, an welchen Gerechtigkeitsvorstellung sich Unternehmen und ihr Management orientieren sollten und wie sich die entsprechende Gerechtigkeitsperformance von Unternehmen erheben oder sogar messen lässt.
Ansprechperson:
Prof. Dr. Markus Huppenbauer
Mitarbeitende: lic. phil. Colina Frisch, Dr. oec. Michaël Gonin,
lic. phil. Emilio Marti Anna Zuber
