Suizidbeihilfe und Autonomie (NFP 67)

Projekt

Im Zuge der intensiv geführten Debatte um eine restriktivere Regulierung der Suizidbeihilfe in der Schweiz ist dem Recht auf Autonomie von allen Seiten ein hoher Stellenwert beigemessen worden. Dabei wurde allerdings deutlich, dass grosse Unklarheit und Uneinigkeit hinsichtlich der Bedingungen besteht, denen die Entscheidung einer Person für Suizidbeihilfe genügen muss, um als autonom zu gelten. So haben sowohl Befürworter wie auch Gegner einer restriktiveren Regulierung ihre Positionen mit der Autonomie von Personen begründet.

Im Projekt soll geklärt werden, welche der in der Debatte vorgeschlagenen Bedingungen sinnvoll in einen Zusammenhang mit Autonomie gebracht werden können, und wie diese Bedingungen genauer spezifiziert werden können. Dem Projekt liegen dabei zwei Arbeitshypothesen zugrunde: (i) ein anspruchsvoller Begriff der Autonomie kann im liberalen Kontext nicht verteidigt werden;  (ii) einige der vorgebrachten Bedingungen können auf andere, von Autonomie unterschiedene Werte wie z.B. Wohlergehen, Lebensschutz oder Menschenwürde zurückgeführt werden. 

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Projekt "Menschenwürde und Autonomie" durchgeführt, in welchem die Frage nach dem Verhältnis von Menschenwürde und Autonomie unter anderem im Kontext der Suizidbeihilfe untersucht wird. 

Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) durch die Finanzierung einer Post-Doc-Stelle für eine Dauer von drei Jahren unterstützt.

Personen

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Peter Schaber; Dr. des. Holger Baumann

Projektmitarbeiter: Dr. des. Andreas Maier