Begleitung assistierter Suizide in der Seelsorge (BASIS)

Aufgrund steigender Fallzahlen von assistierten Suiziden in den letzten Jahren auf annähernd 1’200 Fälle im Jahr 2018 (entspricht ca. 1,8 % aller Todesfälle in der Schweiz) ist davon auszugehen, dass auch Anfragen an Pfarrerinnen und Pfarrer im Kontext des assistierten Suizids zunehmen. Die Erkenntnisse der kommentierten Fallbeispiele des Sammelbands „Assistierter Suizid und kirchliches Handeln“ von Christoph Morgenthaler, David Plüss und Matthias Zeindler sowie weitere vergleichbare Studien aus dem internationalen Raum weisen darauf hin, dass die Anfragen nach seelsorglicher Begleitung das gesamte Spektrum des Prozesses von der Entscheidungsfindung über die Durchführung des assistierten Suizides bis hin zu Trauerfeiern nach erfolgtem assistiertem Suizid betreffen. Damit stellt das Konfliktfeld des assistierten Suizids eine besondere Herausforderung für die Praxis von Pfarrerinnen und Pfarrern dar, das es aus ethischer und praktisch-theologischer Perspektive zu reflektieren gilt.

Die einzelnen Kirchen in den Kantonen begegnen einem steigenden Orientierungsbedarf von Pfarrpersonen mit eigenen Stellungnahmen wie „Solidarität bis zum Ende“ aus der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn, „Den Weg zu Ende gehen“ aus der Landeskirche Thurgau oder der zurzeit in Erarbeitung befindlichen Veröffentlichung der Reformierten Kirche im Kanton Zürich und erkennen damit die hohe Relevanz des Themas für die Pfarrpersonen an. 

Bisher liegen zu diesem Forschungsfeld in der Schweiz allerdings keine quantitativen Daten vor. Das BASIS-Projekt will daher mittels einer Umfrage erheben, wie oft und auf welche Art und Weise Seelsorgerinnen und Seelsorger mit Fällen von Suizidhilfe in Kontakt kommen, wie sich die Begleitung gestaltet und was die moralischen Einstellungen und Erfahrungen von Pfarrpersonen bezüglich der Begleitung assistierter Suizide sind. Zusätzlich sollen weitere qualitative Daten zu Erfahrungen, Einstellungen und Reflexionsbedarfen gesammelt werden.

 

Projektzeitraum
2022 – 2024

Kooperationspartner
Abteilung Spezialseelsorge der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich

Projektförderung
Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich
 

Projektteam
Prof. Dr. Michael Coors, Institut für Sozialethik, Ethik-Zentrum, Universität Zürich
Sebastian Farr, Institut für Sozialethik, Ethik-Zentrum, Universität Zürich
 

Veröffentlichungen zum Projekt

Michael Coors & Sebastian Farr (Hrsg.): Seelsorge bei assistiertem Suizid. Ethik, Praktische Theologie und kirchliche Praxis, Zürich: TVZ 2022.